GOLDENE LEINWAND


Goldene Leinwand

1963 wurde die Idee von Robert Backheuer (Filmtheaterverband Nordrhein-Westfalen) zu einem Filmpreis mit dem Namen Goldene Leinwand von der Fachzeitschrift Filmecho/Filmwoche vereinigt mit Filmblätter und dem Hauptverband Deutscher Filmtheater umgesetzt. Er wird verliehen für programmfüllende deutsche und ausländische Spiel-, Dokumentar-, Jugend- oder Kinderfilme, die innerhalb von 18 Monaten nach Ihrer Ur- bzw. Erstaufführung in der Bundesrepublik Deutschland mindestens 3 Millionen Besucher erzielt haben. Den Preis erhält der Verleih. Erreicht ein Film mindestens 6 Millionen Besucher erhält er als Zuatzpreis einen Stern, bei mindestens 9 Millionen Besuchern zwei Sterne. Die erste Goldene Leinwand wurde am 22. Januar 1964 im Münchner Mathäser-Filmpalast an die Karl-May-Verfilmung „Der Schatz im Silbersee“ verliehen, produziert von Horst Wendlandts Rialto, verliehen von Waldfried Barthels Constantin Film.


Ein Film sprengte den Rahmen der Vergabesatzung der Goldenen Leinwand, James Camerons „Titanic“, den die Twentieth Century Fox im Verleih hatte. Für 12 Millionen Besucher wurde der dritte Stern initiiert, bei 15 Millionen gab es die Sonder-GL mit „Coeur de la Mer“, bei 18 Millionen dann den „Coeur de la Mer mit Collier“, vergeben in neun Meter Wassertiefe von Steffen Kuchenreuther an Fox-Manager Vincent de La Tour im Tauchturm des Esslinger Kinocenters. Übrigens, der höchste Vergabeort war auf der Zugspitze für die 250. Goldene Leinwand an den UIP-Film „Ein Schweinchen namens Babe“. Für Paul Steinschulte war dies absolute Spitze.


Ziel der Stifter war und ist es in jedem Fall Öffentlichkeit herzustellen, also möglichst Presse, Rundfunk und auch das Fernsehen mit einzubeziehen, was fast immer gelingt. Der vordringliche Sinn des Publikumpreises Goldene Leinwand ist die Werbung für den Kinofilm! Letztes Highlight der Vergabe war bei „Wetten, dass...?“ für „Wickie und die starken Männer“. Über 11 Millionen Zuschauer haben zugesehen – beste PR für den Film und Kino. Aus fehlendem Anlass sind auch einige Leinwände in den Büros der Verleiher überreicht worden – was bei einigen Filmen auch nicht so tragisch war.


Keine Jury, kein Gremium entscheidet über den Preis. Abgestimmt wird an der Kinokasse, die Besucherzahlen sind maßgebend. Dass somit nur der Mainstream eine Chance auf die Goldene Leinwand hat wird widerlegt mit Filmen wie „Das Parfum“, „Der Untergang“, „Luther“, „Chocolat“, „Der englische Patient“ u. a. Über 60 Prozent der GL Filme tragen das Prädikat „wertvoll“ oder „besonders wertvoll“ von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) in Wiesbaden.


Die Goldene Leinwand ist eine eingetragene Marke von Filmecho/Filmwoche und HDF-Kino. Seit 1964 haben 350 Filme die „einfache“ Goldene Leinwand erhalten, einen Stern dazu erhielten 56 Filme, mit zwei Sternen strahlen 12 Filme und 3 Sterne haben zwei Produktionen, Sonderfall „Titanic“ (s. oben) und „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Dann gibt es noch eine Sonderform der GL mit Stern und Diamanten für Serien mit mindestens sechs Filmen mehr als 30 Millionen Besucher. Diese ging an Bond, Star Wars und Potter. Für besondere Verdienste innerhalb der Filmwirtschaft gibt es die Personality-Leinwand. Sie haben bis jetzt 20 Personen erhalten.


Die Statuette ist von dem Grafiker Friedrich Beierlein aus Oberhausen entworfen. Für viele ist sie das Erfolgssymbol, mancher findet sie etwas „altmodisch“. Aber eins ist gewiss: Jeder Verleiher ist glücklich sie zu besitzen und das Publikum verbindet damit einen erfolgreichen Kinofilm.


Detlef Schaller
Herausgeber


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2011/2012
2011
Goldene Leinwand mit Stern
2010/2011
2010

Legende

Filmtitel = Goldene Leinwand für 3 Millionen Besucher
Filmtitel * = Weitere Goldene Leinwand (mit einem Stern)
für 6 Millionen Besucher
Filmtitel ** = Weitere Goldene Leinwand (mit zwei Sternen)
für 9 Millionen Besucher
Filmtitel *** = Weitere Goldene Leinwand (mit drei Sternen)
für 12 Millionen Besucher
Filmtitel **** = Sonderausgabe der Goldenen Leinwand
für 15 Millionen Besucher
Filmtitel **** = Sonderausgabe der Goldenen Leinwand
für 18 Millionen Besucher
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